Kindle Paperwhite Test

Das Lesegerät Kindle Paperwhite wurde schon in den höchsten Tönen gelobt, als es in Deutschland noch gar nicht auf dem Markt und nur über Umwege aus den USA zu erhalten war. Inzwischen wird der neue E-Reader auch in Deutschland angeboten. Der Test bestätigt weitgehend die zahlreichen Vorschusslorbeeren, die das neue Kindle-Lesegerät eingeheimst hat. Insgesamt hat der Paperwhite gegenüber anderen Lesegeräte im Vergleich die Nase vorn. Insbesondere der beleuchtete Bildschirm, der von einer LED-Lichtquelle gespeist wird, rückt den E-Reader im wahrsten Sinn des Wortes in ein besonderes Licht. Es erfreut die Augen und gestaltet das Lesen zu einem Vergnügen. Das Gerät gibt es in den Ausführungen 3G und WiFi-Only. Mit 222 Gramm beziehungsweise 213 sind beide Varianten etwas schwergewichtiger als der Vorgänger-Kindle.

Das Paperwhite Lesegerät von Kindle überzeugt mit seinen inneren Werten. Im Detail zählen dazu:

  • Jedes Wort ist gestochen scharf zu erkennen – dank des Bildschirms mit hoher Auflösung.
  • Gute Lesbarkeit bei allen Lichtverhältnissen – dank LED-Licht und kontrastreicher Ausleuchtung.
  • Kein Stress auf Reisen – die lange Laufzeit des Akkus schont die Nerven und spart Energie.
  • Jederzeit surfen können – dank der Unterstützung privater und öffentlicher WLAN-Netzwerke.

Features überzeugen im Test

Wer gerne auf Reisen oder Outdoor im Park liest, möchte nicht unterbrechen müssen, nur weil der Akku nach relativ kurzer Zeit schwächelt. Der Akku des Paperwhite erfreut den Nutzer mit einer Laufzeit von bis zu acht Wochen bei einer durchschnittlichen Lesezeit von täglich einer halben Stunde. Das trifft sogar dann zu, wenn die Beleuchtung eingeschaltet bleibt. Die Akku-Laufzeit verkürzt sich erheblich, wenn über WLAN gesurft wird. Das Surfen gestaltet sich für ein Lesegerät relativ schnell. Sind auf der Website viele Bilder, muss der Nutzer ein bisschen Geduld aufbringen. Ist der Akku vollständig entleert, benötigt er etwa vier Stunden zum Aufladen. Ein Ladegerät zählt nicht zum Lieferumfang. Nur ein USB-2.0-Kabel wir mitgeliefert. Ein Kindle-Ladegerät kann extra bestellt werden. Der Akku kann jedoch mit praktisch jedem Standard-USB-Ladegerät aufgeladen werden.

Kontrastreiche Ausleuchtung

Bei der Kernkompetenz eines E-Readers, nämlich dem Lesen von Büchern, hat er Paperwhite klar die Spitzenposition. Das neue E-Ink Display hat gegenüber dem Vorgänger 62 Prozent mehr Pixel. Der Kontrast ist um 25 Prozent verbessert. In der Praxis ergibt sich daraus für den Benutzer, dass die gespeicherten Bücher ausgezeichnet lesbar sind. Die Lichtverhältnisse spielen dabei keine Rolle. Eine Glasfaserplatte, die eigens für das Gerät kreiert wurde und über eine spezielle Nanoprägung verfügt, sorgt für die exzellente Beleuchtung. Es wurde auf die bei anderen E-Reader übliche Hintergrundbeleuchtung verzichtet. Stattdessen wird das Licht von oben durch den Bildschirm geleitet. Das Ergebnis ist verblüffend gut. Beim Test stellt sich das Gefühl ein, eigentlich gar nicht auf ein Display zu schauen. Die kontrastreiche Auflösung erweckt eher den Eindruck, Papier in den Händen zu halten. Die Spiegelung ist beim Lesen nur minimal und wir von den Augen kaum wahrgenommen. Das Lesen im Freien ist ohne störende Nebeneffekte möglich. Dadurch wird der Paperwhite zum idealen Begleiter im Urlaub und kann auch am Strand beim schönsten Sonnenschein benutzt werden. Der satinierte Bildschirm reflektiert das Licht so lesefreundlich, wie es sonst nur bei einem Buch üblich ist. Die Helligkeit kann in 24 Stufen den örtlichen Gegebenheiten und den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden. Wer lieber im Dunkeln oder in der Dämmerung liest, ist mit dem Gerät ebenfalls bestens bedient und kann auf eine zusätzliche Leselampe verzichten.

Sechs Schriftarten und acht Schriftgrößen

Der E-Reader ist mit sechs Schriftarten und acht Schriftgrößen ausgestattet. Die Größe kann mittels Touchscreen skaliert werden. Wer also seine Lesebrille vergessen hat, kann die Schriftgröße seinen Wünschen entsprechend einstellen. Auch für Sehbehinderte sind die variablen Schriftgrößen von Vorteil. Ebenso komfortabel ist es, die Seitenränder und den Zeilenabstand einstellen zu können. Mit der X-Ray-Funktion verfügt der Paperwhite über ein neues Feature, das mehr ist als eine Spielerei. Der Leser hat damit Einblick, welche der Protagonisten wie oft im Buch auftreten. Das trifft auch auf wiederkehrende Ausdrücke zu. Das Time-to-read-Feature ist ebenfalls neu und kann optional aktiviert werden. Damit wird am linken unteren Rand des Displays die verbleibende Lesezeit angezeigt. Sowohl für das restliche Kapitel als auch für das gesamte Buch. Der E-Reader stützt sich bei den Angaben auf die Lesegeschwindigkeit des Nutzers, die er sich gemerkt hat. Ebenfalls von Nutzen ist die Whispersync-Funktion. Mit deren Hilfe wird die Stelle gespeichert, an der der Leser aufgehört hat. Er muss sich also nicht selbst merken, was er zuletzt gelesen hat und kann ohne langes Suchen auf der gleichen Seite weiterlesen. Der Paperwhite hat einen 2 GB Speicher. Es können mehr als 1.000 Bücher gespeichert werden, die der Leser einzeln auf dem Startscreen ablegen oder in Sammlungen speichern kann. Wer seine Lektüre in der Cloud ablegt, kann sie auch auf dem Smartphone lesen.

Tipps zum Gebrauch des Paperwhite

Wer einmal den Paperwhite benutzt hat, wird besonders die erstklassige Beleuchtung, die man beim Kindle Touch vermisst hat, zu schätzen wissen und sie nicht mehr abschalten wollen. Bei Dunkelheit muss aber nicht auf die höchste Stufe gedreht werden. Eine Einstellung zwischen Stufe zehn und zwölf ist ausreichend, wenn sich die Augen nach kurzer Zeit an die Dunkelheit gewöhnt haben. Bei zu viel Helligkeit ermüden die Augen schneller. Außerdem schont eine niedrigere Stufe den Akku. Das gilt auch für die WLAN-Nutzung. Ein zusätzlicher Energiesparer ist die Lederhülle, die zum Gerät gekauft werden kann. Beim Schließen der Hülle geht automatisch die Beleuchtung aus. Das Gerät wird in den Ruhezustand versetzt. Es muss also nicht mehr darauf geachtet werden, den E-Reader auszuschalten.

Fazit

Beim Kindle Paperwhite stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Er hält, was die Werbung verspricht und kann sich wegen der indirekten Beleuchtung einen klaren Vorsprung vor der Konkurrenz sichern. Die lange Akku-Laufzeit, der sehr gute Kontrast, die Auflösung und die überzeugende Geschwindigkeit beim Aufbau der Seite sprechen für den Paperwhite. In Kombination mit dem variablen Schriftbild kommt dieses Gerät dem gedruckten Buch sehr nahe. Ein weiteres Argument für den Leseriesen ist die ausgezeichnete Infrastruktur, die der Leser mit dem Gerät erwirbt. Der Kunde kann bei Amazon eine Unmenge an Büchern kostenlos downloaden und hat mit dem Amazon-Verleih zusätzlich einen starken Partner in Sachen Lesekultur im Rücken. Es bleibt nur noch, zwischen der 3G-Version oder WiFi-Only zu wählen. Wer weltweit Bücher auf den Paperwhite laden will, braucht das 3G-Gerät mit seiner Roaming-Möglichkeit. Wer darauf verzichten kann, ist mit der WiFi-Only-Ausgabe bestens bedient.

 

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